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Hier haben wir Ihnen alles Wichtige zum Pellerhof als PDF zusammengestellt. Alle Informationen zur Wiederherstellung und Geschichte sowie den Steinplan mit Teilansichten. Darin erfahren Sie auch wie Sie das Projekt unterstützen können.
Der Pellerhof

- Die Wiederherstellung des Pellerhofes
Nürnberg vor 1945 – das war ein Flächendenkmal europäischer Baukunst in seiner deutschen Ausprägung und das Idealbild einer mittelalterlichen Stadt, in seiner Bedeutung vergleichbar mit Florenz und Venedig. Die besondere Berühmtheit Nürnbergs machte sich jedoch weniger an einzelnen Bauwerken fest als an der Geschlossenheit des Stadtbildes, und so schafften seine
Baudenkmäler nur vereinzelt den Sprung in eine überregionale Kunstgeschichte.
Anders verhielt es sich mit dem Pellerhaus und seinem prächtigen Hof, an dem kein Kunsthistoriker vorbeikam. Das Gebäude war das Musterbeispiel und die Vollendung des Bürgerhauses der Renaissance. Es galt als eine der größten Sehenswürdigkeiten der Stadt, sein Hof als das gelungenste Beispiel einer repräsentativen bürgerlichen Hofanlage.
Reinhold Schaffer schreibt 1934: „Keine andere Stadt hat so viele alte Häuser und Höfe [...]. Eine Unsumme von verborgenen Reizen und heimlichen Schätzen erschließt sich dem Besucher [...].
Von allen Häusern und Höfen aber wird er am Ende seiner Entdeckerfahrten dem Pellerhaus mit seinem herrlichen Hof den ersten Preis zuerkennen. Der ganzen deutschen Kunstgeschichte ist diese Hausanlage bekannt und man hat sie nicht mit Unrecht als den schönsten Bürgersitz des ganzen Reiches bezeichnet.“
Nach der Zerstörung und dem nur teilweisen Aufbau des Hofes ist dieses Meisterwerk der europäischen Baukunst fast aus der Wahrnehmung der Nürnberger getilgt. Lieber präsentiert man den Besuchern die Bauten, die nach dem Krieg vollständig wiedererrichtet wurden. Größere Bekanntheit hat der Hof heute lediglich bei Kunsthistorikern oder gut informierten Touristen, die sich mit dem Reiseführer auf die Suche nach den Resten der Renaissancepracht begeben.
Heute, in einer Zeit, in der anderswo Gebäude wiederentstehen, die praktisch völlig vom Erdboden verschwunden waren (Berlin, Dresden, Potsdam etc.), bietet sich uns die Möglichkeit, den Wiederaufbau des Hofes zu vollenden. Dieser Wiederaufbau, der in den Jahren 1957-59 bereits große Teile der verlorenen Hofarchitektur zurückgewonnen hat, kann mit einer außerordentlichen Genauigkeit vorgenommen werden, da sich von der umfangreichen Restaurierung in den dreißiger Jahren zahlreiche, detaillierte Pläne erhalten haben.
Nachdem der Stadtrat am 10. Mai 2006 über alle Parteigrenzen hinweg die Hofergänzung einstimmig abgesegnet hat, liegt es nun an uns allen, den Wiederaufbau des Pellerhofes zu vollenden. Mit dieser großen Gemeinschaftsaufgabe gewinnt Nürnberg eine seiner größten Sehenswürdigkeiten und die deutsche Kunstgeschichte ihren wohl bedeutendsten Arkadenhof zurück.
Die Chronologie des Pellerhauses

- Nach den Bomben blieben fast nur noch Trümmer. Hinter den Hofarkaden ragt der Treppenturm auf.
1602-1605 Im Auftrag von Martin Peller wird das Vorderhaus als prächtigstes Nürnberger Bürgerhaus vom Baumeister Jakob Wolff dem Älteren errichtet.
1605-1607 Dem Vorderhaus wird der Hof mit seinen beiden Galerien hinzugefügt, sowie die Hinterhausfassade errichtet, die als bloße Kulisse einem älteren Hinterhaus vorgeblendet wird. Auf beiden Seiten werden Vorderhaus und Rückgebäude durch Arkaden verbunden, dabei dient die östliche wohl lediglich als harmonische Begrenzung des Hofraumes.
1616 Einfügung des Chörleins in die Fassade. Seitdem behält das Haus sein äußeres Erscheinungsbild praktisch unverändert bis zur Zerstörung bei.
1929 Unter Oberbürgermeister Dr. Luppe wird das Pellerhaus nach verschiedenen Besitzerwechseln im 19. Jahrhundert von der Stadt Nürnberg erworben. Durch den Kauf wird der denkmalgerechte Unterhalt des Hauses gesichert und ein neues Domizil für das Stadtarchiv geschaffen.
1931-1934 Das Pellerhaus wird mit großem Aufwand restauriert. Hierbei wird vor allem der Hof mit seinem Nordgiebel erneuert. Von dieser Restaurierung befinden sich umfassende Pläne im Stadtarchiv. Alleine von der Hinterhausfassade sind Dutzende Details im Maßstab 1:1 sowie der ganze Giebel im Maßstab 1:20 dokumentiert.
1944/45 Am 3. Oktober 1944 wird der Hof des Pellerhauses schwer beschädigt, am 2. Januar 1945 brennt das Haus aus und stürzt am nächsten Tag ein. Die Zerstörungen hinterlassen folgende Substanz: den eindrucksvollen Gewölbekeller, die Hälfte der Erdgeschossfassade, die Rückfassade des Vorderhauses bis zum Giebelansatz, den vollständigen Treppenturm
(Nürnbergs schönste Treppe!), Teile des Gewölbes im Erdgeschoss, etwa ein Drittel des Hofes, zahlreiche Ornamentsteine in den Trümmern und die ausgelagerte Ausstattung des „Schönen Zimmers“ (heute im Fembohaus).
1955-1957 Auf dem rekonstruierten Erdgeschoss des Vorderhauses entsteht ein Neubau der Architekten Fritz und Walter Mayer. Bei diesem Wiederaufbau wird vieles Zerstörte in alter Form rekonstruiert (Halle, Erdgeschossfassade,
Maßwerke am Hof), leider aber auch vielesErhaltene abgebrochen (Hoffassade, Zwischenwände, Brandmauern).
1957-59 Der Hof wird entgegen den Plänen von 1955 nicht als konservierte Ruine belassen, sondern bis einschließlich des ersten Obergeschosses wiederaufgebaut. Der heutige Hof stammt zu einem guten Drittel von diesem Wiederaufbau.
1972/73 Der Neubau eines Schulhauses wird direkt an die Wandscheibe
der bis dahin freistehenden Hinterhauskulisse herangerückt. Okt. 2005 Anlässlich der Besichtigung des Pellerhauses zum 400-jährigen Jubiläum durch die Altstadtfreunde bekommt die Stadt Nürnberg vier bearbeitete Sandsteinquader zum Einbau in die Hoffassade geschenkt.
Mai 2006 Der Nürnberger Stadtrat beschließt einstimmig, dass er sich
„eine Teilrekonstruktion oder Rekonstruktion des Pellerhofes“ vorstellen kann.
Juli 2006 Es konstituiert sich der „Förderkreis Pellerhof“ und beginnt mit der Spendensammlung zum Wiederaufbau der Hoffassaden.


