Sonderausstellung

"Stinkende Häut machen reiche Leut" – auf den Spuren der Gerber in Nürnberg

Gerber Fleischmann

In Nürnberg ist das Gerberhandwerk seit dem 13. Jahrhundert nachweisbar. Es finden sich auch heute noch Zeugnisse dieser Epoche.

Gehen Sie auf die Suche nach dem vergessenen Handwerk der Lederer, Gerber und Irrer!

Ausstellung verlängert bis 26. August 2012

Logo Museum Kühnertsgasse

Museum l22l20l18l Kühnertsgasse

Drei Handwerkerhäuser aus dem 14. Jahrhundert erstrahlen in einer unscheinbaren Gasse in der Lorenzer Altstadt in neuem Glanz. Hier haben die Altstadtfreunde im Herbst 2011 ein Museum eröffnet.

Dank großer Sorgfalt bei der Restauration erhält der Besucher des Museums Einblicke in den Lebensstil der Handwerker, die mit ihrer Arbeit über Jahrhunderte zum Wohlstand und guten Ruf Nürnbergs beigetragen haben. Viele bauliche Besonderheiten und Befundfenster mit historischen Farbschichten geben Auskunft über die Geschichte der Häuser und ihrer Bewohner.

Außenansicht Museum Kühnertsgasse
Außenansicht Museum
Werkstatt Museum Kühnertsgasse
Werkstatt Museum

Öffnungszeiten

Mittwoch, Samstag und Sonntag von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr

Führungen

Samstag um 15.00 Uhr und nach Vereinbarung

Kühnertsgasse 22, 90402 Nürnberg
Telefon 0911-80197303

Reges Treiben im Museum l22l20l18l am Aktionswochenende am 3./4. März

Ein rundum gelungenes Wochenende begeisterte Besucher und Veranstalter. Viele Gäste, groß und klein, strömten in die Handwerkerhäuser in der Kühnertsgasse, um den Lederhandwerkern bei der Arbeit zuzusehen.

In Ergänzung zur Sonderausstellung „Stinkende Häut machen reiche Leut – auf den Spuren der Gerber in Nürnberg“, die in der Konzeption von Marcus Beck und Sandra Müntzel einen ausführlichen Einblick in die aufwändige Herstellung von Leder gewährt, zeigten vier Handwerker traditionelle Techniken der Lederverarbeitung.

Der Handschuhmachermeister Jürgen Pfeiffer zeigte eindrucksvoll, wie dehnbar Leder ist und sich damit den Musterschnitten gut anpassen lässt.

Beeindruckend für die Besucher war die Nähkunst der Kürschnermeisterin Stefanie Metz, die die Fellstücke so geschickt zusammenfügte, dass auf der Schauseite nichts von einer Naht zu sehen war. Auch die vielen verschiedenartigen Musterfelle fanden reges Interesse und Frau Metz musste viele Fragen beantworten.

Doris Schmiedbauer präsentierte neben vielen verzierten Lederprodukten auch das entsprechende Werkzeug und zeigte interessierten Besuchern die Kunst des Punzierens.

Orthopädieschuhmachermeister Jürgen Hufmann war mit der Herstellung eines Maßschuhs beschäftigt und erstaunte die Zuschauer immer wieder mit seinen Ausführungen, wie aufwändig die Herstellung eines Maßschuhs ist, der noch vollständig per Hand gefertigt wird. Selbst Kinder kamen aus dem Staunen nicht heraus und ihre Fragen nahmen kein Ende.

Viel Freude bereitete den Kindern die Herstellung eines Lederbeutels. Hierbei waren Geschick, Ausdauer und auch eine gewisse Kraftanstrengung erforderlich, die jüngeren Teilnehmer wurden dabei liebevoll von den Betreuern unterstützt. Am Ende der „Produktion“ sah man nur strahlende Kinderaugen, die ihre mit einem „Goldstück“ gefüllten Beutel stolz präsentierten und selbstverständlich mit nach Hause nahmen.

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